Hamburg

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ehemaliges Boehringer Werk Moorfleet 2022. Das pharmazeutische Unternehmen Boehringer Ingelheim gründete 1923 das Hamburger Zweigwerk in Hamburg-Moorfleet. Nach der anfänglichen Produktion von Opiumalkaloiden als Arzneimittelgrundlage konzentrierte sich das Werk nach dem zweiten Weltkrieg auf die Produktion von Pflanzenschutzmitteln. Im Jahr 1951 begann die Produktion des Insektizids Lindan. Aus den Abfallprodukten stellte die Firma Trichlorphenol her, welches als Ausgangsstoff für die Produktion des Herbizides T-Säure diente. Erkrankungen bei Arbeitern führten 1955 zunächst zum Stopp der Produktion und ab 1957 zu einem neuen, unbedenklich geltenden Verfahren..Nachdem Anfang der 80er Jahre auf mehreren Hamburger Deponien Boehringer spezifische Schadstoffe nachgewiesen worden waren, musste das Werk 1984 seinen Betrieb einstellen. Das Werksgelände wurde zur Industrieruine und eine der damals bekanntesten Altlasten Deutschlands. Untersuchungen ergaben, dass neben den Betriebsanlagen auch der Boden stellenweise massiv durch chlororganische Verbindungen wie Chlorbenzole, Chlorphenole, HCH sowie chlorierte Dibenzodioxine und -furane belastet war. Eine grössere Ausbreitung von Schadstoffen hatte mit dem Grundwasser stattgefunden. Nach dem Rückbau wurde die Fläche versiegelt und heute findet dort der Handel von LHW statt.